© „Anzeiger für Harlingerland“ / Klaus Händel

Gottesdienst to huus

Quelle: (Nieberg)

Der Gottesdienst zum 17. Januar 2021

von: Gernot Harke
Musik: Renate Schühle

Musik zur Einstimmung: „Cantilena (James Biery)“

Eröffnung und Begrüßung

Im Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes!



Ihnen allen, die Sie diese Zeilen jetzt lesen, ein herzliches Willkommen. 
Es ist schön, dass Sie sich die Zeit für diese andere Art von Gottesdienst nehmen. 
Auf diese Weise sind wir dennoch miteinander verbunden 
- untereinander und vor allem mit Gott!  Amen

Dieser Gottesdienst steht unter dem Motto „Weihnachten geht weiter!“  
Die Feiertage liegen zwar längst wieder hinter uns liegen, 
und der Alltag hat nur allzu schnell wieder Einzug gehalten. 
Dennoch: was uns an Weihnachten zugesagt wurde, 
darf und soll genau dort, mitten im Alltag, wirken und Bedeutung haben. 


Lassen Sie sich daher einladen, auf ein Lied zu hören, 
 das uns an die Weihnachtsbotschaft erinnert.

„Im Kind fängt Gott von vorne an“

Psalmwort (aus Ps 105):

Weil mit dem Kind in der Krippe auch für uns 
noch einmal etwas ganz neu beginnt, 
weil auch unser Leben durch dieses Kind
unter einem „guten Stern“ steht,
darum können wir in das Lob des Psambeters einstimmen:


Dankt dem HERRN! Ruft seinen Namen aus! 
Verkündet seine Taten unter den Völkern!
Singt für ihn, musiziert für ihn! Sprecht über alle seine Wunder!
Seid stolz auf seinen heiligen Namen!
Von Herzen sollen sich alle freuen, die den HERRN suchen!
Fragt nach dem HERRN und seiner Macht!
Kommt vor sein Angesicht zu jeder Zeit!

Gebet

Guter Gott,
zu Dir dürfen wir kommen mit allem,
was uns in diesen Tagen durch den Kopf geht.
Wir nehmen uns einen Moment, um Dir all das anzuvertrauen.

(Wenn Sie mögen, nehmen Sie sich an dieser Stelle
die Zeit, die Sie brauchen, um Gott zu sagen,
was Sie ganz persönlich im Moment bewegt,
bedrückt, freut, … )


Gott, wir danken Dir, dass Du uns hörst und verstehst.
Hilf uns, jetzt zur Ruhe zu kommen.
Schenk uns gute Gedanken, wenn wir jetzt diesen Gottesdienst feiern. Amen

Lassen Sie sich einladen zum gemeinsamen 

Glaubensbekenntnis:

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, 
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, 
empfangen durch den Heiligen Geist, 
geboren von der Jungfrau Maria, 
gelitten unter Pontius Pilatus, 
gekreuzigt, gestorben und begraben, 
hinabgestiegen in das Reich des Todes, 
am dritten Tage auferstanden von den Toten, 
aufgefahren in den Himmel; 
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; 
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, 
die heilige, christliche Kirche, 
Gemeinschaft der Heiligen, 
Vergebung der Sünden, 
Auferstehung der Toten 
und das ewige Leben. Amen.“

"Weil Gott in tiefster Nacht erschienen" (EG 56)

Lesung aus der Bibel: Die Hochzeit in Kana (Johannes 2, 1-11)

Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt.
Auch die Mutter von Jesus nahm daran teil. Jesus und seine Jünger waren ebenfalls zur Hochzeitsfeier eingeladen.

Während des Festes ging der Wein aus. Da sagte die Mutter von Jesus zu ihm: »Sie haben keinen Wein mehr!« Jesus antwortete ihr:»Was willst du von mir, Frau?
Meine Stunde ist noch nicht gekommen.« Doch seine Mutter sagte zu den Dienern: »Tut alles, was er euch sagt!«

Dort gab es auch sechs große Wasserkrüge aus Stein. Die Juden benötigten sie, um sich zu reinigen. Jeder Krug fasste zwei bis drei Eimer.
Jesus sagte zu den Dienern: »Füllt die Krüge mit Wasser.« 
Die füllten sie bis zum Rand. Dann sagte er zu ihnen: »Schöpft jetzt etwas heraus und bringt es dem Festmeister.« Sie brachten es ihm.
Als der Festmeister einen Schluck davon trank, war das Wasser zu Wein geworden. … Da rief der Festmeister den Bräutigam zu sich und sagte zu ihm: »Jeder andere schenkt zuerst den guten Wein aus. Und wenn die Gäste dann angetrunken sind, folgt der weniger gute. Du hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten.«

Das war das erste Zeichen. Jesus vollbrachte es in Kana in Galiläa. 
Er machte damit seine Herrlichkeit sichtbar und seine Jünger glaubten an ihn.

Gedanken

Jesus, das Kind in der Krippe, ist groß geworden. Ein erwachsener Mann, der inzwischen eine kleine Gruppe von Anhängern um sich versammelt hat. Gemeinsam mit Jesu Mutter sind sie alle zu einer Hochzeit eingeladen.
Vermutlich haben Sie von dieser Geschichte schon mal gehört.
Manche mögen gerade an eine Hochzeit gedacht haben, zu der sie eigentlich im letzten Jahr gehen wollten – und die dann abgesagt wurde.
Möglicherweise ist Ihnen auch gerade durch den Kopf gegangen, wie schön es doch wäre, mal wieder so richtig fröhlich mit anderen feiern zu können.
Aber immer wieder kommt es vor, dass es im Leben anders kommt als erhofft, gewünscht, geplant … Manchmal ist das bloß ärgerlich oder frustrierend, manchmal kann das richtig weh tun.

Auch damals wäre es um ein Haar schief gegangen.
Denn: der Wein droht auszugehen. Peinlich! Sie können das sicher nachfühlen, wie unangenehm das für das Brautpaar geworden wäre, wenn die Gäste tatsächlich plötzlich auf dem Trockenen gesessen hätten.
Nein, nicht nur unangenehm und peinlich: für das Brautpaar wäre das eine Katastrophe gewesen. In ihrer kleinen Dorfgemeinschaft hätten sie künftig kein Bein mehr an die Erde bekommen.
Aber sie haben noch mal Glück.
Jesus hilft ihnen aus der Klemme und verwandelt das Wasser in den Krügen in allerbesten Wein.

Aber worum geht es hier eigentlich genau? Geht es nur darum, zu zeigen, dass Jesus Wunder tun kann? Oder geht es vielleicht um weit mehr als das?

Am Ende heißt es: "Das war das erste Zeichen. … Er machte damit seine Herrlichkeit sichtbar und seine Jünger glaubten an ihn.“

Seine, sprich: Jesu, Herrlichkeit - darum geht es in dieser Geschichte vom Weinwunder.  Darum, dass in diesem Menschen GOTT erkennbar wird. Es geht um das „Licht“ Gottes, das in Jesus Christus zu uns gekommen ist. Und darum, dass Menschen sich Jesus anvertrauen.

Das Weinwunder ist mehr als ein spektakuläres Kunststück, das alle bewundern sollen. Es ist ein Zeichen, das uns auf etwas hinweisen soll – und das noch viel wichtiger ist als Wein für eine Hochzeit.
Jesus lässt die Menschen durch dieses Zeichen ein Stück des Himmels sehen,
ein Stück göttlicher Liebe, Macht und Kraft.
In dieser Geschichte wird offenbar, was und wer er wirklich ist: der Sohn des lebendigen Gottes - nicht nur der Sohn des Zimmermanns Josef aus Nazareth.
Die Botschaft lautet: „Gott ist mit seiner Herrlichkeit mitten unter uns - und hilft uns in unseren Nöten, egal, worum es geht – und wenn es nur Wein ist, der gebraucht wird…“

Das ist etwas, was ich an dieser Geschichte wirklich wunderschön finde: Selbst bei einem solch „alltäglichen“ Problem ist Jesus sich nicht zu schade, aktiv zu werden und zu helfen. Diese beiden (vermutlich noch recht jungen, einfachen) Menschen, die gerade geheiratet haben und miteinander in das gemeinsame Leben starten wollen, kann er nicht einfach hängen lassen. Sie tun ihm offensichtlich leid – und so greift er – nach anfänglichem Zögern – doch noch ein.

Für mich steht dahinter die Zusage, dass wir wirklich mit allem, was uns das Leben bisweilen so beschert, bei ihm an der richtigen Adresse sind. Und mag es noch so unbedeutend und alltäglich erscheinen.

Jesus setzt in dieser Geschichte ein Zeichen: Das Wasser wird zu Wein.
Das ist das erste Zeichen von weiteren, die folgen werden.
Ein Zeichen, das auf die Bedeutung Jesu hinweist.
Und das zum Glauben, zum Vertrauen einladen soll.
Nicht mehr – aber auch nicht weniger.

Ich glaube: solche Zeichen, die uns zum Glauben einladen und unseren Glauben stärken sollen, die gibt es auch heute noch!
Vielleicht nicht immer so spektakulär wie das Weinwunder in Kana.
Aber ich bin davon überzeugt, dass Gott nie aufgehört hat, seine Herrlichkeit in dieser Welt aufleuchten zu lassen.
Allerdings sind seine Zeichen nicht immer gleich auf den ersten Blick zu erkennen.
Manchmal braucht es einen Moment der Stille und ein offenes Herz,
braucht es die Neugier und das Staunen eines Kindes, um zu entdecken, was Gott auch für uns tut.

Manchmal spüre ich Gottes Nähe in einem Lied, das mich fröhlich stimmt.
Oder in einem Lächeln und einem freundlichen Wort, das meine Seele streichelt.
In der Liebe, die mir entgegen gebracht wird, obwohl ich das Gefühl habe, sie gar nicht zu verdienen.
In der Natur, die mich zum Staunen bringt, so dass ich ahne: das ist nicht nur Zufall, sondern wirklich Gottes Schöpfung.
In dem Trost, der mir geschenkt wird, obwohl ich so traurig war.

Lassen Sie sich einladen, aufmerksam zu sein oder aufmerksam zu werden für die Zeichen, die Gott Ihnen geben möchte.

Ich wünsche uns, dass Gott uns immer wieder mit der Nase darauf stößt, was er alles für uns tut, damit wir uns darüber freuen können, damit unser Glaube neue Kraft erfährt -  und damit wir verstehen, wie lebendig unser Gott ist.

Weihnachten geht weiter. Das Kind in der Krippe wird groß – und macht sich auf den Weg, den Menschen die Liebe Gottes zu zeigen.
Es lohnt sich, ihn zu suchen und ihm zu vertrauen – nicht nur an Weihnachten.
Amen

Der Gedanke, dass Weihnachten weiter geht, dass Weihnachten sich „auch zu Haus“, also mitten im Alltag, auswirken kann und soll, der klingt auch an in der letzten Strophe des Liedes“Stern über Bethlehem“, das Renate Schühle für uns eingespielt hat:
Stern über Bethlehem, kehr’n wir zurück, 
steht noch dein heller Schein in unserm Blick, 
und was uns froh gemacht, teilen wir aus, 
Stern über Bethlehem, schein auch zu Haus.

„Stern über Bethlehem“ (Str. 3+4)

Schlussgebet

Herr, guter Gott,
lass uns darauf vertrauen können, dass Du wirklich da bist.
Dass Du auch heute noch eingreifen und uns helfen kannst.
Lass uns gerade dann darauf vertrauen können, wenn unsere Wünsche sich nicht erfüllen, wenn die Dinge anders laufen, als wir uns das vorgestellt haben, wenn wir Deine Wege nicht verstehen können.
Du, Herr, kannst nicht nur Wasser in Wein verwandeln.
Darum bitten wir: verwandle doch auch ...
… Mutlosigkeit in Vertrauen,
… Ungeduld in Gelassenheit,
… unnützen Streit in gutes Miteinander,
… Gedankenlosigkeit in Achtsamkeit füreinander,
… Sorgen in Hoffnung.
Und mach uns aufmerksam und dankbar für alle Hilfe,
die Du uns nicht zuletzt durch unsere Mitmenschen schenkst.

Gemeinsam beten wir:
Vater unser im Himmel,
Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segenswunsch

Gott segne Dichund er behüte Dich!Gott lasse leuchten sein Angesicht über Dirund sei Dir gnädig!Gott erhebe sein Angesicht auf Dichund gebe Dir seinen Frieden! Amen

Musik zum Ausgang: „Wie schön leuchtet der Morgenstern (Carl Piutti)


Der Gottesdienst zum Herunterladen - Ausdrucken - Weitergeben ...